Die E-Zigarette und der kräftezehrende Feldzug gegen Windmühlen
Wenn wir Dampfer über die E-Zigarette sprechen und nachdenken, wissen wir sofort, wie wir sie einzuordnen haben. Für uns ist sie eine Erlösung, denn sie hat uns von der Tabakzigarette befreit. Natürlich wird der Kritiker jetzt behaupten, dass es doch viel besser sei, gar nicht zu rauchen, doch das Leben ist zum Glück in weiten Teilen durch den eigenen Willen bestimmt. So kommt es, dass man in frühen oder gar noch in späteren Jahren mit dem Rauchen anfängt. Die einen machen es aus Gruppenzwang, die anderen haben Stress und wieder andere waren einfach nur neugierig und wurden dadurch mit der Sucht bestraft. Seltsamerweise ist sich jeder Raucher der Gefahren der Tabakzigarette bewusst und trotzdem wird schön weitergepafft. Vor mehr als 10 Jahren kam die Wende und plötzlich hatten die Raucher wieder einen Grund zum „hustenfreien“ Durchatmen. Die E-Zigarette kam auf den Markt und erlebte einen Boom, den sich so mancher Geschäftszweig nur erträumen kann.

Kommt es Euch auch zu den Ohren raus?
Mit dem Erfolg kommen die Neider
Wie das Leben so spielt, kommen mit dem Erfolg eines Produktes auch immer die Neider. Damit meinen wir nicht die Tabakriesen. Die großen Big Tobacco Firmen haben die Beteiligung an E-Zigaretten Herstellern jahrelang gemieden, weil das ja irgendwie…. tja irgendwie seltsam erschien, sich mit dem Feind einzulassen. Eine eigene E-Zigaretten-Produktion war undenkbar, denn es handelte sich ja sowieso nur um eine Modeerscheinung. Wir alle wissen, dass dies ein gravierender Denkfehler war, denn inzwischen dampfen Millionen Menschen weltweit und erfreuen sich eines besseren Wohlbefindens, wie man in zahlreichen Foren und Blogs lesen kann. Der Vergleich zur Plattenindustrie scheint hier angebracht, denn als das Internet aufkam, stand man plötzlich vor dem Problem, dass keiner mehr CD´s kaufen, sondern seine Musik nur noch downloaden wollte. Trend verschlafen, klarer Fall.
Plötzlich kam die Regierung auf den Plan, dass die E-Zigarette ja irgendwie gefährlich sei. Niemand hatte wirklich eine Ahnung von der Materie und so hielt man sich an Empfehlungen von gewissen Gesundheitsorganisationen. Plötzlich war das Dampfen höchst schädlich. In den Jahren 2011 und 2012 rollte eine erste Welle des Widerstandes gegen das Dampfen durch das Internet und die Medien. Fallbeispiele brauchen wir hier wohl nicht zu nennen, denn jeder kennt die Geschichte des Wuppertaler Einzelhändlers, der seinen Laden räumen musste. Er hat geklagt, er hat gewonnen.
Der nächste Seitenhieb in die Rippen der Dampfer war der Versuch, die E-Zigarette als Arzneimittel zu deklarieren. Auch dies hat nicht funktioniert und wurde vom Gericht abgelehnt. Der öffentliche Verkauf konnte also ohne Probleme weiter erfolgen, doch die Ruhe hielt nicht lange an, denn je bekannter und verbreiteter das Dampfen war, desto mehr Gegener zog es an. Vor allem die Medien stürzten sich auf die Thematik und nahmen die Verdampfer, Akkus und Liquids auseinander, als säßen die ausgehungerten Löwen vor ihrer Beute.
Die Newsmeldungen brachen nicht ab. Da gab es explodierte Akkus, geschmolzene Verdampfer, die Story mit der Einstiegsdroge Dampfen und vieles mehr. Eben alles, was der investigative Journalismus in seiner ganzen Bandbreite zu bieten hat. Eines blieb allerdings aus: Fakten!
Mit der Gesundheit kriegt man sie alle
Jetzt mal kurz zum Vergleich: Eine Tabakzigarette produziert 4000 Schadstoffe. 90 davon sind krebserregend. Die E-Zigarette produziert ein warmes und feuchtes Lüftchen, welches im besten Fall nach Vanille, Schokolade oder Zitrone riecht. Wie also schafft man es, der Bevölkerung endlich die Augen zu öffnen und sie vor den Gefahren des Dampfens zu warnen? Na klar, mit der Gesundheit. Die Gesundheit ist des Menschen höchstes Gut und wenn die in Gefahr ist, muss etwas dagegen getan werden.
So kam es also, dass Falschmeldungen über die Entstehung von Formaldehyd verbreitet wurden. Man bezog sich dabei auf eine Studie, bei der man verschiedene E-Zigaretten so lange heißgedampft hat, bis kein Liquid mehr im Tank war und die Verdampferkerne schon den Weg ins ewige Nirvana angetreten hatten. Dann schoss man die Meldung in die Medien: „E-Zigarette erzeugt 10 x mehr Formaldehyd, als die Tabakzigarette“. Damit nahm alles seinen Lauf und Journalist A kopierte bei Journalist B. Journalist B hatte vorher aber schon bei Journalist C abgeschrieben. Die Meldungen wollten einfach nicht abreißen. Nachdem bekannt wurde, dass es sich dabei um eine Studie vom Hinterhof handelte, die genau so viel mit dem realen Dampfverhalten zu tun hat, wie ne Mantaschale mit gesunder Ernährung, brauchte man einen neuen Feind.
Man forschte, zog sich in die Keller der Gesundheitszentren zurück und analysierte die Wirkung der E-Zigarette auf den menschlichen Körper. Irgendwo musste doch eine Gefahr zu finden sein. Nach wochenlanger und intensiver Forschung kam das Ergebnis ans Tageslicht: Die Aromen sind Schuld an allem! Ärzte und Mediziner (hüstel) gingen auf die Barrikaden. Die Mikropartikel in den Aromen würden die Lunge reizen und könnten zu langfristigen Schäden führen. Endlich hatte man wieder einen Donnerschlag veröffentlicht, der gleich mehrere Vorteile mit sich brachte: Zum einen handelt es sich hier um eine angebliche Langzeitwirkung, die sich jetzt nicht sofort widerlegen lässt und zum anderen ließ sich diese „Erkenntnis“ sehr gut mit dem Thema Jugendschutz kombinieren.
E-Zigarette und Jugendschutz – Ein Thema für sich
Die Aromen sind vielen Gegnern der E-Zigarette schon lange ein Dorn im Auge. Immerhin sorgen sie dafür, dass Jugendliche und Kinder gerne zur Dampfe greifen. Hmmm…ganz genau und weil die Tabakzigarette so lecker ist, stellen sich die 12jährigen damit auch so gerne in der Pause hinters Bushäuschen und husten sich die Lunge aus dem Leib. „Jahaaaaa…“ werden die Gesundheitsaposteln nun rufen. „Immerhin ist die Tabakzigarette nur ab 18 Jahren erhältlich!“ Das stimmt allerdings. Und immerhin braucht der 13jährige nur 5 Minuten länger, um sich eine Schachtel am Automaten zu ziehen. Schließlich muss er den richtigen Moment abwarten, wenn er sich Papas Personalausweis schnappen und zum Kippomat rennen kann. Alternativ fragt er einfach einen älteren Kumpel. Automaten gibts ja genug, denn in den meisten Dörfern stehen gleich 3 bis 4 Stück davon.
Natürlich darf niemand unter 18 Jahren an das Dampfen herangeführt werden, doch uns scheint, dass es hier einen kleinen aber feinen Interessenkonflikt gibt. Womöglich will die Regierung ja, dass die Tabakzigarette überall und jederzeit erhältlich ist. Man könnte fast vermuten, dass man damit Geld einnehmen kann, die schön in die öffentlichen Kassen fließen. Irgendwovon müssen die Anti Dampfer Kampagnen ja bezahlt werden. Und würde die E-Zigarette vollständig eigenständig selbstständig bleiben, gäbe es wohl ein nicht zu verachtendes Loch in der Staatskasse.
Und warum das Ganze? Warum so eine Aufregung?
Nun, die Regierung verdient an der Tabakzigarette gleich doppelt. Zum einen werden Steuereinnahmen erwirtschaftet, die in nicht zu verachtender Höhe ausfallen. Also wir meinen die direkte Tabaksteuer. Zum anderen werden die Tabakproduzenten nochmal zur Kasse gebeten mit Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Lohnsteuer und der Wasweißichnichtnochallessteuer. Schwinden die Verkäufe der Tabakzigarette, schwinden die Einnahmen. Wird der Raucher zum Dampfer, könnte er im Prinzip auch länger leben. Eine kalkulierte Sterberate im Rentenalter ist nur so eine Annahme, aber wer bezahlt denn die Renten, wenn plötzlich alle 15 Jahre länger leben? Weniger Einnahmen, mehr Ausgaben. Das hat noch nie funktioniert.
Aktuelle Strömungen im Bereich des Dampfens
Natürlich gibt es noch weitere Entwicklungen. Die Tabakprodukterichtlinie 2016 wird sicherlich ein herber Schlag für Dampfer werden, denn hier geht es um die Beschneidung der eigenen Entscheidungsfreiheit. Es wird klare Regeln geben, von denen keiner weiß, wie sie ausfallen, vor denen sich aber jeder bereits jetzt schon fürchtet. Was werden wir Dampfer bekommen? Eine maßgeschneiderte Einheitszigarette? Eine Steuerbegünstigung, wenn wir doch wieder zur Pyro greifen?
Und um das Fässchen vollllaufen zu lassen, hat das DKFZ kürzlich ein Memorandum veröffentlicht. Mit diesem Regelwerk gibt man der Regierung einen freundlichen Hinweis darauf, wie das Dampfen zu regulieren ist und worauf man dabei zu achten hat. Ganz bestimmt sind die Verfasser stolz auf ihre Arbeit, denn sie fügt sich genau dort ein, wo die Medien mit der Hetze zuletzt aufgehört haben.
Es soll beispielsweise nur noch Tabakaromen geben, damit die Jugendlichen und Kinder nicht von der elektrischen Zigarette verführt werden. Wie wäre es denn damit, die Kioskbesitzer und Einzelhändler besser zu kontrollieren. Wer sich in Deutschland „Guter Dampfershop“ nennen will, verkauft seine Ware sowieso nicht an unter 18jährige.
Das Werbeverbot ist auch sehr interessant. Die E-Zigarette besitzt so viele Vorteile für den Raucher und könnte die Gesundheit einer ganzen Welt positiv beeinflussen, aber nein: Es darf nicht geworben werden. Auch hier haben wir einen netten Vergleich: Fastfood Ketten dürfen ihre vor Fett triefenden Pommes groß im Fernsehen zeigen, während Kartoffelbauern ihre Agrarerzeugnisse hinter verschlossenen Türen verkaufen müssen. Der Grund dafür? Schmeißt man jemandem eine große Ofenkartoffel an den Kopf, kann es zu irreparablen Schäden kommen und der Verletzte fängt nachher noch an, als Journalist zu arbeiten. Nein im Ernst, wir fragen uns, warum man ein Produkt mit einem so großen Potenzial schon vor dem endgültigen Siegeszug eindämmen will. Das entzieht sich komplett unseres Verständnis.
Wir wollen das Memorandum jetzt nicht in alle Einzelteile zerlegen, denn das wurde an anderer Stelle schon ausreichend zelebriert. Einen Punkt müssen wir allerdings noch ansprechen. Das DKFZ fordert eine Besteuerung der E-Zigarette im gleichen Sinn wie die Tabakzigarette. Hat jemand von Euch schon einmal Tabak im Liquid entdeckt? Verbrennt ihr etwas in Euren Dampfen? Hier bidert man sich ganz klar an den offentsichtlichen Fokus der Regierung, denn abschaffen wird man das Dampfen nicht. Aber wenn schon, dann wenigstens kräftig daran mitverdienen.
In diesem Sinne. Gut dampf an alle und keep vaping!
2 Kommentare
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Folgt man dem Washington Examiner vom 21.11.2013 ist es wohl eher die Pharma-Lobby, die ihre Vertreter in Gremien platziert hat, einmal in Ausschüssen der US-Regierung (Leitung des Food and Drug Administration’s Center for Tobacco Products: Mitch Zeller, arbeitete als Lobbist für GlaxoSmithKline), andererseits wird die WHO, von der diese Kampagne international geführt wird, mittlerweile – ich hab’s auch nicht geglaubt – zu einem Großteil von der Pharmaindustrie finanziert.
Die WHO bezeichnet in ihrem Umsetzungsspapier selbst die „nachgewiesenen Gesundheitsgefahren“ von E-„Zigaretten“ als Gefahr von „möglicher“ Nikotinabhängigkeit (für Raucher problematisch), Schäden durch Nikotin an Ungeborenen (Drogen während der Schwangerschaft) und Irritationen der Atemwege (wohl im Gegensatz zu Zigarettenrauch).
Es geht um eine Alternative für Raucher, die, nachdem Pflaster, Sprays, kalter Entzug etc. ihnen nicht langfristig geholfen haben, ein offenbar wirksameres Mittel zum Aufhören nicht ohne Weiteres bekommen sollen, zumindest nicht zu Konditionen, die die sog. Nikotin’ersatz’präparate mit ihren Apothekenpreisen schlechter stellen (in D angeblich 40 Mio. Umsatz p.a.).
Um diese Restriktionen jetzt durchzusetzen, wird gemäß dem PR-Lehrbuch aufgebauscht, verdreht und manipuliert, selbst der Weltnichtrauchertag wurde dieses Jahr – nur bei uns – dem Thema gewidmet, weil jetzt das Umsetzen der neuen EU-Richtlinie ansteht (bei deren Diskussion es schon ähnlich zuging). Das ist online so ziemlich alles dokumentiert. Der einzige Unterschied zur bisherigen Kampagne ist, dass neuerdings behauptet wird „wir“ „wüssten“, dass es „schädlich“ ist. Und das ist schlicht, einfach und vor allem belegbar gelogen.
Der jetzt offizielle Traum des DKFZ: Totalverbot nach dem Vorbild Australiens.
Dass die Medien dabei in weiten Teilen stillhalten, meist einfach Pressemitteilungen kopieren, obwohl hier eine Abwägung auf der Basis von belastbaren Fakten vonnöten wäre, finde ich ‚etwas‘ enttäuschend.
Naja, so’n bisschen mehr Krebs…